Lady Jane Franklin und der Kensal Green Cemetery


Friedhof mit dem Grab von John Ross

(summary in English below)

Wir verbrachten eine kalte und regnerische Woche in Londoner Archiven auf der Suche nach Hinweisen auf Johann August Miertsching und Bernhard Hantzsch. Beide waren an der Erforschung der kanadischen Arktis beteiligt, der eine von 1850-1854 auf der Suche nach Sir John Franklin und der Nordwestpassage, der andere verbrachte 1906 einen Sommer in Nordlabrador und versuchte 1910/1911 – als erster Nicht-Inuit – Baffin Island zu überqueren. Leider starb er nach erfolgreicher Durchquerung, vermutlich wegen dem Verzehr des von Trichinen befallenen Eisbärfleisches.

Lady Janes Franklins Gruft in den Katakomben
Da am ersten Tag die Archive wegen einem Feiertag geschlossen waren, suchten wir auf dem Kensal Green Cemetery, einen großen Friedhof, die Gräber einiger Arktisforscher. Leider völlig erfolglos, denn es gab dort, ganz im Gegensatz zu Berliner Friedhöfen, keinerlei Hinweistafeln auf wichtige Grabstätten. Als wir einige Tage später besser vorbereitet wiederkamen, fanden wir glücklicherweise einen Friedhofsmitarbeiter, der uns in die Katakomben unterhalb der Anglican Chapel zum Grab von Lady Jane Franklin führte. Die Gattin des verschollenen Sir John Franklin gilt für viele Briten als die wichtigste weibliche Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts – natürlich nach Königin Victoria. Nach dem Scheitern aller offiziellen Suchaktionen nach Franklin organisierte sie privat finanzierte Expeditionen, die letztendlich die Kunde vom Tod Franklins und seiner ganzen Mannschaft nach England brachten.

Der Grabstein für Robert McClure
Innerhalb der nächsten Stunden fanden wir auch die Gräber von Sir Robert McClure, dem Entdecker der Nordwestpassage, und von Sir John Ross und Sir Edward Inglefield, alle beteiligt an den Expeditionen zur Suche nach dieser Passage und nach der verschwundenen Franklin-Expedition. Nur das Grab von Admiral Bedford Pim konnten wir unter den vielen verwitterten und von Bewuchs überdeckten Gräbern nicht entdecken. Pim hatte 1853 das im Eis der Mercy Bay auf Banks Island steckengebliebene Schiff von McClure, die HMS Investigator, gefunden und damit entscheidenden Anteil daran, dass dessen Mannschaft nicht das gleiche Schicksal wie die von Franklin ereilte.

Captain Inglefields Grab
Die Identifizierung weiterer Gräber von wichtigen Arktisforschern des 19. Jahrhunderts, wie die von George Back und Sir Horatio Thomas Austin, bleibt anderen Enthusiasten der Geschichte um die Nordwest Passage vorbehalten.

Englische Zusammenfassung – English summary:

We spent a week in different London archives searching for Miertsching, Hantzsch and other Germans involved in Arctic research. And we tried to find some graves at Kensal Green Cemetery. Unfortunately we were not well prepared; we hoped to get some information about Arctic related graves at the office. But – it was Bank Day; and so, on that rainy day, our first try ended up without success. After some days we went there again, better prepared and with the help of the sun. We had the luck to find a guide who showed us Lady Franklin’s grave in the catacombes, and we got also some advice for other graves: Sir Robert McClure (24045/143/5), Sir John Ross (13388/112/4), Sir Edward Inglefield (22008/124/10) and Amiral Bedford Pim (20994/40/3) who found the HMS Investigator stuck in Mercy Bay in 1853. We could identify all, except the grave of Pim. Maybe someone else will be more successful.
posted by Wolfgang Opel

An Labradors Küste

Torngat Mountains
An Labradors Küste – Die Torngat Mountains

… Der Inuit-Begriff Torngat bedeutet „Ort der Geister“ – der Torngaks. Das können Schutzgeister sein oder die Geister der Verstorbenen, aber auch feindliche Geister, die man fürchtet. Die Torngat Mountains sind um 1500 m hoch (der höchste, Mount Caubvik, erreicht 1652 m), man sieht steile Felswände mit Spalten und Höhlen, breite und tiefe Täler, von denen manche wie gewaltige Amphitheater wirken; andere gehen in atemberaubende Fjorde über. Sie sind seit von jeher ein Jagdgebiet der Inuit. Hier sind die Caribous zu Hause, die eine wichtige Rolle für Ernährung und Winterkleidung der Inuit spielten. Und es ist einer der wenigen Orte, wo man sowohl Schwarzbären als auch Eisbären antrifft. Das weitgehend intakte Ökosystem wurde vor kurzem zum 42. Nationalpark Canadas erklärt – ein Park ohne Straßen und ohne die übliche Infrastruktur. Die Inuit dürfen hier weiterhin auf traditionelle Art jagen und fischen. …
Der vollständige Artikel ist im Magazin 360° Kanada, Heft 3/2011, nachzulesen.
posted by Mechtild Opel



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